Grundstückspreise bremsen Neubau

Der starke Wettbewerb um Baugrundstücke und die entsprechenden Preissteigerungen bremsen den Neubau bezahlbarer Wohnungen aus. Zu diesem Ergebnis kommt eine vom Bundesbauministerium beauftragte Studie. Zusammen mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung hat das Ministerium die Neubautätigkeiten in fünf Großstädten prüfen lassen.

Aachen, Dresden, Düsseldorf, Freiburg und Nürnberg – hier untersuchte das Bonner Beratungsinstitut Quaestio von 2014 bis 2016 die Neubautätigkeit und befragte Fachleute aus Bauunternehmen und der kommunalen Verwaltung. Der Einschätzung der Experten zufolge ist der Wettbewerb um knappes Bauland das größte Hindernis im bezahlbaren Wohnungsbau. Die Kosten für eine Immobilie steigen demnach vor allem aufgrund der hohen Grundstückspreise. Auch laut Bundesbauministerin Barbara Hendricks ist dies einer der wichtigsten Faktoren. Mit der neuen Baugebietskategorie „Urbanes Gebiet“ sollen hier bessere Voraussetzungen geschaffen werden.

Eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) fügt noch hinzu, dass seit 2007 14 der 16 Bundesländer den Grunderwerbsteuersatz von 3,5 auf 6,5 Prozent angehoben haben. Hinzu kommen Makler- und Notargebühren sowie die Kosten für den Grundbucheintrag. So steigen die Immobilienkosten noch ein wenig mehr.

Doch nicht nur die hohen Grundstückspreise behindern den dringend benötigten Wohnungsneubau: Auch komplexe Planungs- und Genehmigungsverfahren erschweren eine schnelle Reaktion der kommunalen Verwaltung auf die wachsende Nachfrage. Zudem müsse den Behörden mehr Personal für aktives Flächenmanagement zur Verfügung stehen. Auf diese Weise könnten Eigentümer und Investoren systematisch einbezogen werden, erklärt die Bundesbauministerin. Denn in der Vergangenheit hätten die lokalen Märkte der untersuchten Städte viel zu langsam reagiert: Dem Einwohnerzuwachs und der entsprechend erhöhten Nachfrage nach Wohnraum wurden nur kleinere Wohnungsbauprojekte im mittleren und höheren Preissegment entgegengesetzt. Preisgünstiger Wohnraum wurde dagegen kaum erstellt und dieses Fehlen verschärfte die angespannte Situation auf dem Wohnungsmarkt.

20.06.2017
Bildquelle: Unipor, München.
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